Glossar: Begriffe aus der Haunted-House-Szene

Glossar der Begriffe bei Horror und Grusel Attraktionen

Wenn Du zum ersten Mal Behind-the-Scenes in einer ausgewachsenen Gruselattraktion warst — egal ob bei uns in Boostedt, im Europa-Park, im Movie Park Germany oder in einem der großen Halloween-Events in den USA — hast Du wahrscheinlich Sätze aufgeschnappt, die Du Dir nicht ganz erklären konntest. „Pass auf den Distractor auf.“ „Das ist Slider-Material.“ „Wir brauchen eine Drop Door“

Das ist keine Geheimsprache, sondern Fachvokabular. Hinter jeder größeren Halloween-Attraktion steckt eine ganze Industrie mit eigener Terminologie — vor allem im englischsprachigen Raum, wo Haunted Attractions ein Millionengeschäft sind und seit den 1970ern systematisch professionalisiert wurden.

Im deutschsprachigen Raum gibt es für viele dieser Begriffe schlicht keine Entsprechungen. Wer in der Szene arbeitet, übernimmt die englischen Originale — oder erfindet eigene Bezeichnungen, wie wir es bei vb30 gemacht haben. Hier sind über 50 Begriffe, alphabetisch geordnet, mit Beispielen aus der internationalen und der deutschen Praxis.


Air Cannon

Ein Druckluftgerät, das einen plötzlichen, lauten Luftstoß abgibt — oft synchron mit einem Lichtblitz oder einem Pop-Up. Air Cannons werden gerne in Engstellen oder Türrahmen verbaut, wo der Luftstoß den Besucher direkt trifft. Der Effekt funktioniert auch dann, wenn der Gast den Trick kennt, weil das Stammhirn schneller reagiert als das Bewusstsein. Englisch wörtlich „Luftkanone“.


Animatronic

Mechanisch oder pneumatisch bewegte Figur, die Besuchern einen Lebewesen-Eindruck vermittelt — von einfachen Kopfdrehungen bis zu komplexen Ganzkörperbewegungen. Animatronics sind oft die teuerste Einzelinvestition einer Attraktion und arbeiten in Synchronisation mit Licht, Sound und Show-Control. Eine gute Animatronic ist nicht ersetzbar durch einen Scare Actor — sie liefert konstant gleiche Performance, kennt keine Pausen und kann Bewegungen ausführen, die für Menschen unmöglich oder zu gefährlich wären.
Zu Animatronics haben wir hier auch einen eigenen Artikel geschrieben.


Boo Hole

Versteckte Öffnung in einem Set — eine Lücke in einer Wand, eine Klappe in einem Schrank, ein Spalt zwischen zwei Kulissenteilen — durch die ein Scare Actor unerwartet auftauchen kann. Englisch wörtlich „Buh-Loch“. Gute Boo Holes sind aus der Besucherperspektive unsichtbar, von hinten aber bequem zu erreichen. Schlechte Boo Holes verraten den Scare, bevor er passiert ist.


Boo Crew

Sammelbegriff für das gesamte Team einer Halloween-Attraktion — also Schauspieler, Techniker, Bauer, Kostümbildner, MakeUp-Artists und Helfer im Hintergrund. Im englischsprachigen Raum oft bewusst als Identitätsmarker verwendet: „I’m part of the boo-crew.“ Bei vb30 nennen wir uns intern Nachtmacher — gleicher Stolz, andere Sprache. Zudem gibt es in Deutschland auch den Boo-Crew e.V. , einen Verein bei dem Scare-Actor (siehe unten) für seine Veranstaltung buchen kann.


Build Crew

Das Team, das die physischen Sets, Kulissen und Mechaniken einer Attraktion baut. International auch Set Crew oder einfach Builders genannt. Bei vb30 sind das die Crafties. Die Build Crew arbeitet meist Wochen oder Monate vor dem Event, baut die Räume auf, installiert technische Systeme und ist während des Events oft auch für Reparaturen zuständig.


Conga / Conga Line

Die Reihe von Besuchern, die in regelmäßigen aber meist sehr kurzen Abständen durch die Attraktion geschickt werden. Der Begriff stammt vom kubanischen Tanz und beschreibt die einzelne Reihe, in der die Gäste sich bewegen. Conga-Lines sind bei den Gästen einer Attraktion meist eher nicht so beliebt, da man oft die Scares vor einem mitbekommt und auch keine Zeit hat sich etwas genauer umzuschauen, der nächste Besucher drängelt schon von hinten. Wir bei vb30 bevorzugen den Einlass per Gruppe mit deutlichem Abstand, denn nur so bekommt jeder Einzelne von Euch den Schrecken, den er verdient.

Eine alte Faustregel der Branche besagt, dass jeder fünfte Gast in einer Conga-Line einen direkten Scare bekommen sollte: „BLAH“ — zwei, drei, vier, fünf — „BLAH“. Das ist die Conga-Rhythmik, an der erfahrene Scare Actors ihren Takt ausrichten.


Crafties

Bei vb30 unsere internen Bauer und Dekorateure — die Menschen, die aus 25 Kubikmetern Deko, Holz, Schaumstoff und Farbe Sets machen. International eher als Build Crew oder Set Crew bekannt, aber „Crafties“ hat sich bei uns als Eigenbezeichnung etabliert. Die Crafties arbeiten meist Wochen vor dem Event, oft auch noch während des laufenden Betriebs.


Creeper

Eine Sonderform des Scare Actors. Creeper bewegen sich gezielt unmenschlich — verzerrte Körperhaltung, gebrochene Bewegungsmuster, Tier-artige Haltung — und erzeugen Angst durch Atmosphäre, nicht durch Jumpscares. Sie sind besonders effektiv in Wartezonen und Übergangsbereichen, wo sie Spannung aufbauen, ohne sich direkt auf einzelne Gäste zu stürzen. Schwer zu spielen, körperlich anstrengend, aber wenn gut gemacht, einer der erinnerungswürdigsten Effekte überhaupt.


Distractor

Ein Scare Actor, dessen Aufgabe ausdrücklich nicht das Erschrecken ist. Distractor lenken die Aufmerksamkeit der Besucher gezielt in eine bestimmte Richtung — auf eine Bewegung, einen Schrei, ein Geräusch — damit der eigentliche Scare aus der entgegengesetzten Richtung umso heftiger einschlägt. Eine der wichtigsten und am meisten unterschätzten Rollen in einer Attraktion.

Beispiel: Eine wandernde Gestalt im Hintergrund eines Raumes zieht den Blick. Während alle in diese Richtung schauen, kommt der echte Scare aus einem Boo Hole direkt neben den Besuchern.


DMX

Industriestandard für die digitale Steuerung von Beleuchtungs- und Bühnentechnik (offiziell DMX512). In Haunted Houses werden über DMX nicht nur Lampen gesteuert, sondern auch Animatronics, Nebelmaschinen, Sound-Trigger und Air Cannons. Wer in einer professionellen Attraktion arbeitet, kommt um DMX-Grundkenntnisse nicht herum. Die Steuerung erfolgt zentral über sogenannte Show-Control-Systeme.


Drop Door

Eine Tür, ein Wandsegment oder eine Decke, die bei Auslösung blitzschnell nach unten oder zur Seite klappt — und dahinter einen Scare Actor, eine Animatronic oder ein erschreckendes Bild freigibt. Drop Doors gehören zu den klassischsten Scare-Techniken überhaupt und funktionieren bei richtiger Justierung quasi immer. Voraussetzung: präzise Mechanik, perfektes Timing und ein gut versteckter Auslöser.


Frightmaps

Internationale Online-Datenbank für Halloween-Attraktionen, in der Besucher nach Haunted Houses in ihrer Nähe suchen können. Frightmaps wird von der internationalen Haunt-Community gepflegt und ist eine der wichtigsten Anlaufstellen für die globale Auffindbarkeit kleiner und großer Events. Auch vb30 ist dort verzeichnet.


Front of House

Sammelbegriff für alle Bereiche und Rollen außerhalb der eigentlichen Attraktion — also Eingang, Ticketkontrolle, Queue, Wartezonen, Toiletten, Treat-Stationen. Im Gegensatz zu Backstage (alles, was die Besucher nicht sehen sollen) oder zu den Sets selbst. Front-of-House-Personal entscheidet maßgeblich über die Gesamtwahrnehmung einer Attraktion: Wer in der Wartezone schlecht behandelt wird, vergisst auch den besten Scare nicht. Bei vb30 sind unsere Greeties das Front-of-House-Team.


Greeties

Bei vb30 unsere Eingangs- und Queue-Crew — die Menschen, die die Besucher am Tor empfangen, die Gruppen einteilen und für Conga-Disziplin sorgen. International oft als Front of House oder Queue Actors bekannt. Greeties sind häufig die ersten und letzten Charaktere, die ein Besucher sieht — ihr Eindruck prägt die gesamte Wahrnehmung der Attraktion stärker, als die meisten Gäste denken.


Halloween Horror Festival

Das größte deutsche Halloween-Event, jährlich im Movie Park Germany in Bottrop-Kirchhellen. Findet seit 1998 statt, beim 2025er-Festival waren es 22 Eventabende mit neun Horror Mazes (darunter „A Quiet Place“, „Hell House“, „Blood Moon Trailer Park“, „Ahoj-Brause Horror Lab“), vier Scare Zones und über 280 Monstern. Mehrfach für die ScareCON SCAR Awards in der Kategorie Best Theme Park Event nominiert. Die zentrale Eventfigur ist S.I.K. — eine personifizierte Filmklappe als Herrscher der „Horrorwood Studios“.


Halloween Horror Nights

Das prägende Halloween-Event der internationalen Branche, ausgerichtet von Universal Studios in Orlando, Hollywood, Japan, Singapur und Beijing. Begann 1991 als Fright Nights in Florida — drei Nächte, ein einziges Haunted House („The Dungeon of Terror“), Eintritt 12,95 Dollar. 1992 umbenannt in Halloween Horror Nights, seither jährlich (mit Ausnahme von 2020 wegen Corona). Heute über 40 Eventabende pro Saison, zehn Haunted Houses, fünf Scare Zones, oft mit Lizenz-IPs wie Stranger Things, The Last of Us oder Killer Klowns from Outer Space. Die HHN gelten als Goldstandard der Branche und prägen weltweit, wie professionelle Haunts gebaut werden.


Haunt

Das gesamte Event — die Attraktion, das Setting, das Team und die Story zusammen. Im englischen Sprachraum ein feststehender Begriff: „The haunt opens at 7.“ „We’re working a haunt this October.“ Auf Deutsch nähert man sich diesem Begriff mit „Halloween-Haus“, „Gruselattraktion“ oder „Geisterhaus“ — keiner davon trifft die Mehrdeutigkeit des englischen Wortes ganz.

vb30 ist in diesem Sinne ein Haunt — ein profesionelles Halloween-Haus mit Story, Crew, Sets und Scare Actors.


Home Haunt / Charity Haunt

Privat oder gemeinnützig betriebene Halloween-Attraktion — im Gegensatz zu kommerziellen Großevents wie Halloween Horror Nights oder Traumatica. Home Haunts werden meist von Einzelpersonen oder kleinen Teams in privaten Gärten und Häusern aufgebaut, oft mit kostenlosem Eintritt. Die ScareCON SCAR Awards führen eine eigene Kategorie Best Home/Charity Haunt. vb30 fällt genau in diese Kategorie.


IP / Intellectual Property

Externe Lizenz-Stoffe, die in einer Attraktion verwendet werden — etwa ein Haunted House, das auf einem Filmfranchise basiert. Halloween Horror Nights arbeitet seit Jahren mit IPs wie The Walking Dead, Stranger Things, Halloween (John Carpenter) oder A Nightmare on Elm Street. Auch der Movie Park Germany nutzt IPs (A Quiet Place). IP-basierte Mazes sind teuer, aber zugkräftig — der Wiedererkennungswert verkauft Tickets. Eigene, originale Themen-Welten („Original IPs“) gelten in der Branche oft als künstlerisch anspruchsvoller.


Jumpscare

Der klassische schnelle Schreckmoment: lautes Geräusch, plötzliche Bewegung, abrupter Lichtwechsel. Jumpscares sind das Salz in der Suppe einer Attraktion — aber wenn man nichts anderes hat, schmeckt das Ganze eindimensional. Eine gute Attraktion kombiniert Jumpscares mit langsam aufgebauter Atmosphäre, Creeper-Stimmungen und Distractor-Spielen.


Maze

Eigentlich „Labyrinth“, aber im Haunt-Kontext bezeichnet der Begriff jede begehbare Attraktion mit festem Pfad. Auch wenn der Weg nur eine Richtung kennt, wird er als Maze bezeichnet. Im deutschsprachigen Raum oft schlicht „Rundgang“ oder „Walk-Through“. Halloween Horror Nights, Traumatica und Movie Park Germany verwenden ausschließlich den Begriff Maze für ihre Hauptattraktionen.


MakeUp Artist

Spezialisierter Beruf in der Haunt-Industrie, deutlich anders als reguläre Bühnenmaske. Haunt-MakeUp muss stundenlang halten, unter Strobo-Licht funktionieren, im Schweiß standhalten und vor allem aus mehreren Metern Distanz wirken. Erfahrene MakeUp Artists arbeiten oft mit Airbrush und alkoholbasierter Farbe, weil normale Wasserfarbe verschmiert. In großen Events wie Traumatica oder HHN sind ganze MakeUp-Teams im Einsatz, die dutzende Akteure pro Abend schminken.


OSCARE Awards

Internationale Branchenauszeichnungen für Halloween- und Horror-Attraktionen, vergeben unter anderem in den Kategorien Established Haunt, Best New Attraction und Lifetime Achievement. Traumatica im Europa-Park gewann 2025 den OSCARE Board of Directors Award in der Kategorie Established Haunt. Die OSCARE gehören neben den ScareCON SCAR Awards zu den wichtigsten Auszeichnungen der internationalen Haunt-Industrie.


Pepper’s Ghost

Ein optischer Trick aus dem 19. Jahrhundert, der heute in vielen Haunted Houses eingesetzt wird. Eine schräg gestellte Glasscheibe spiegelt eine seitlich verborgene Figur oder Projektion in den Sichtbereich der Besucher — die dort scheinbar im leeren Raum erscheint. Funktioniert besonders gut für Geistereffekte, weil die gespiegelte Figur halbtransparent wirkt. Benannt nach dem britischen Wissenschaftler John Henry Pepper, der die Technik 1862 in London populär machte. Disney verwendet Pepper’s Ghost in der „Haunted Mansion“ seit 1969.


Pop-Up

Ein Scare, bei dem ein Akteur oder eine Animatronic-Figur plötzlich aus einer scheinbar harmlosen Position auftaucht — aus einem Sarg, hinter einem Vorhang, aus einem Schrank, durch ein Fenster. Pop-Ups gehören zu den ältesten Tricks der Szene und funktionieren bei guter Ausführung immer. Voraussetzung: ein gut platziertes Boo Hole und perfektes Timing.


Queue

Die Wartezone vor der eigentlichen Attraktion. Aus dem Englischen für „Schlange“ oder „Warteschlange“. In professionellen Haunts wird die Queue als eigene Bühne verstanden — mit eigener Beleuchtung, Soundkulisse, oft auch eigenen Scare Actors (Slider, Creeper, Distractor), die die Gäste schon vor dem eigentlichen Eingang einstimmen.


Readies

Bei vb30 unsere Allzweck-Helfer — die Menschen, die kein festes Gewerk haben, sondern dort einspringen, wo gerade etwas brennt. Reparatur einer ausgefallenen Animatronic, Nachschub an Süßigkeiten zur Treat-Station, Ablösung eines Greeties beim Toilettengang. International als Floaters oder Runners bekannt. Eine Crew ohne Readies merkt schnell, dass sie eine braucht.


Reset

Die zentrale Disziplin jedes Scare Actors: nach einem Scare so schnell wie möglich wieder in die Ausgangsposition zurückkehren, damit die nächste Besuchergruppe denselben Effekt bekommt. Erfahrene Scare Actors trainieren Reset-Geschwindigkeit gezielt — „startle and reset, startle and reset“ ist eine der ersten Regeln, die in Schulungen vermittelt werden. Wer nach einem Scare erstmal lacht, atmet oder mit den Gästen interagiert, hat den nächsten Scare bereits versemmelt.


Roamer / Roaming Actor

Ein Scare Actor, der sich frei bewegt — im Gegensatz zum Scene Actor, der einer festen Szene zugeordnet ist. Roamer arbeiten meist in Scare Zones, in der Queue oder im Front-of-House-Bereich. Sie folgen Gästen, wechseln Positionen, suchen Augenkontakt und bauen so eine ungezielte, allgegenwärtige Bedrohungskulisse auf. Die ScareCON SCAR Awards führen die Kategorie Best Street Team and Entertainment genau für solche Roamer-Crews.


ScareCON

Europas einziger Branchen-Trade-Show für die Scare-Attraktionen-Industrie, jährlich im Vereinigten Königreich (in den letzten Jahren u. a. in Alton Towers, Thorpe Park, Heart of England Convention Centre). ScareCON verbindet Workshops, Aussteller und das jährliche ScareBall mit der Verleihung der SCAR Awards (ScareCON Annual Recognition Awards). Die SCAR Awards führen Kategorien wie Best Theme Park Event, Best Costume and Make Up, Best Scare Experience, Best Original Concept and Idea — und auch Best Home/Charity Haunt. Wer in der europäischen Haunt-Szene relevant ist, ist bei ScareCON.


Scare Actor

Der englische Sammelbegriff für Schauspieler in einem Haunt. Manchmal auch Haunt Actor oder schlicht Actor. Im deutschsprachigen Raum gibt es kein etabliertes Pendant — meist wird übersetzt mit „Monster“, „Erschrecker“ oder „Erschrecker-Darsteller“. Bei vb30 nennen wir sie intern Scaries.

Die Rolle eines Scare Actors ist deutlich anspruchsvoller, als sie aussieht: körperlich (oft stundenlang in unbequemen Positionen), psychologisch (Improvisation auf jede Gruppe neu), schauspielerisch (in Charakter bleiben trotz Strobo, Nebel und Lautstärke). In den USA werden für die Saison oft hundertfach mehr Bewerbungen abgegeben, als Plätze zur Verfügung stehen.


Scare Zone

Ein größerer, meist offener Bereich — oft draußen, oft als Übergangszone zwischen Mazes — in dem mehrere Roamer und thematische Sets eine zusammenhängende Atmosphäre erzeugen. Scare Zones wurden 1994 bei Halloween Horror Nights in Florida erfunden und sind heute Branchenstandard. Im Movie Park Germany sind die Scare Zones zentrale Aufenthaltsbereiche zwischen den Mazes. Bei Traumatica geht das ganze Eventgelände im Festivalmodus in eine kontinuierliche Scare Zone über. Mitunter werden aber auch thematisch jeweils abgetrennte Bereiche als Scare Zone bezeichnet, so wie wir es bei vb30 tun.


Scaries

vb30-Eigenbezeichnung für unsere Scare Actors — die Menschen, die in Kostüm und Make-up die Gäste durch die Story führen, die direkten Schreckmomente liefern und die zentrale Erlebnisebene unserer Halloween-Nächte erzeugen. International als Scare Actors bekannt.


Scene Actor

Ein Scare Actor, der einer bestimmten Szene fest zugeordnet ist — anders als ein Roamer, der sich frei bewegt. Scene Actors arbeiten meist mit fest installierten Boo Holes, festen Skit Lines und einer choreografierten Routine, die sich für jede Besuchergruppe wiederholt. Die meisten klassischen Haunt-Rollen sind Scene Actors.


Sets

Die gebauten Räume und Kulissen einer Attraktion. Bei vb30 internes Wort, international identisch verwendet. Ein Set kann ein einzelner Raum sein (Bergwerk, Lebkuchenhütte, Schlossturm) oder eine ganze Sequenz aus mehreren Räumen. Sets werden in der Regel von den Crafties beziehungsweise der Build Crew gebaut und Wochen vor dem Event aufgestellt.


Show Control

Die zentrale technische Steuerungsebene, die alle automatisierten Effekte einer Attraktion synchronisiert — Licht, Sound, DMX-Animatronics, Air Cannons, Drop Doors, Nebelmaschinen, Strobo. Show Control läuft meist über spezielle Software (z. B. Bottango, Cue-Software wie QLab, oder professionelle Systeme wie MediaMatrix), die Trigger empfängt und in Echtzeit reagiert. Ohne Show Control wären komplexe Attraktionen mit hundert synchronen Effekten nicht zu betreiben.


Skit Lines

Vorbereitete Sätze und Phrasen, die ein Scare Actor in seiner Szene immer wieder einsetzen kann — angepasst an jede neue Besuchergruppe, aber im Kern gleich. Skit Lines erfüllen zwei Aufgaben: Sie geben dem Akteur einen Anker, falls er kurz aus dem Charakter fällt — und sie schaffen narrative Konsistenz, weil dieselben Phrasen die Story über alle Gruppen hinweg gleich erzählen.

Beispiel: Ein Hexen-Charakter mit den Skit Lines „Du riechst nach Furcht…“„Bleib doch noch ein Weilchen…“„Ich habe Dich kommen hören…“. Die Reihenfolge variiert, der Eindruck bleibt.


Slider

Ein hochspezialisierter Scare Actor, der mit Knieschonern und Metallhandschuhen über den Boden gleitet — oft Funken sprühend, wenn die Handschuhe Metall berühren. Slider sind besonders effektiv in Queues und langen Gängen, wo sie aus großer Distanz heran rauschen und unmittelbar vor dem Gast zum Stehen kommen. Körperlich extrem anspruchsvoll und mit hohem Verschleißgrad an den Gelenken. Traumatica führte 2024 Slider mit Metallknieschonern als neues Konzept ein.


Stilt Walker

Scare Actor auf Stelzen — meist im Front-of-House-Bereich oder in Scare Zones. Stilt Walker erzeugen sofortige Größenüberraschung (eine zwei Meter sechzig große Figur löst andere Reaktionen aus als jede normalgroße) und können ohne Boo Hole oder Drop Door arbeiten, weil ihre bloße Erscheinung den Effekt liefert. Erfordert eigene Schulung, eigene Sicherheitsausrüstung und eigene Versicherungsabsprachen.


Strobo / Strobe

Stroboskop-Licht — schnelle Lichtblitze, die Bewegung in Einzelbilder zerlegen und das Gehirn zur Verarbeitung zwingen. Strobo wird in Mazes gezielt eingesetzt, um Bewegungen von Scare Actors visuell zu fragmentieren und Orientierung zu erschweren. Wichtig: Strobo kann bei Menschen mit Photosensitiver Epilepsie Anfälle auslösen — alle professionellen Haunts müssen das im Vorfeld sichtbar kommunizieren.


Sweeties

vb30-Eigenbezeichnung für unsere Süßigkeiten-Crew — die Menschen, die am Ende des Rundgangs die mutigen Seelen mit Treats belohnen. International keine etablierte Entsprechung, weil viele kommerzielle Haunts gar keine Treats verteilen. In unserem Fall ist es Teil des Konzepts: vb30 ist kostenlos, und am Ende bekommt jeder Gast etwas in die Hand.


Techies

vb30-Eigenbezeichnung für unsere technische Crew — Licht, Sound, Animatronics, Show Control, Strom. International oft Tech Crew oder Effects Crew genannt. Bei einer Attraktion mit den heutigen Standards an Licht- und Soundsteuerung sind Techies kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung dafür, dass alle Effekte synchron mit den Sets, den Scares und der Atmosphäre funktionieren.


Theme

Das übergreifende Konzept einer Attraktion — die Welt, in der die Story spielt, der visuelle Stil, die Charaktere, die Atmosphäre. Bei Halloween Horror Nights wird jede Saison von einem zentralen Theme zusammengehalten, oft personifiziert durch einen Icon wie Jack the Clown, The Director oder Bloody Mary. Bei Traumatica trägt jede Saison ein neues Festival-Of-Fear-Theme. Und bei vb30 wechselt das Theme jedes Jahr. 2025 war es zum Beispiel „Baltic Horror Story“ und 2026 „Grimms Albtraum“ — die dunklen Originalfassungen der Brüder-Grimm-Märchen.


Trigger

Auslöser für einen automatisierten Effekt. Trigger können Bewegungssensoren, Bodenschalter (Pressure Pads), Lichtschranken oder manuelle Handschalter sein. Ein gut gesetzter Trigger sorgt dafür, dass der Effekt genau dann auslöst, wenn der Gast in der idealen Position steht — meist wenige Sekunden nach Eintritt in den Raum. Ein schlecht gesetzter Trigger feuert zu früh (Gast sieht es kommen) oder zu spät (Gast hat den Raum schon verlassen).


Traumatica

Das größte deutschsprachige Halloween-Event, jährlich im Europa-Park Rust. Begann 2007 als „Terenzi Horror Nights“ mit dem Sänger Marc Terenzi und Michael Mack als Co-Schöpfer. 2017 umbenannt in „Horror Nights – Traumatica“, seit 2023 schlicht Traumatica – Festival of Fear. Saison 2025: 24. September bis 8. November, sieben Scare Attractions, über 150 Darsteller. Mehrfach ausgezeichnet — European Travel Award 2024 (Best Live Horror Attraction), OSCARE Board of Directors Award 2025 (Established Haunt), mehrere ScareCON-SCAR-Auszeichnungen für Costume und Make-Up. Eintritt ab 16 Jahren. US-Kreativdirektor: Bill McCoy.


Treat

Süßigkeit oder kleines Geschenk, das Besucher am Ende einer Attraktion erhalten — als Belohnung, als Beruhigung, als Erinnerung. Im englischen Sprachraum stark assoziiert mit der amerikanischen Halloween-Tradition „Trick or Treat“. Kommerzielle Haunts in den USA und in Europa verzichten meist auf Treats; bei kleineren, gemeinschaftsorientierten Events wie vb30 sind Treats ein zentraler Bestandteil des Konzepts.


Walk-Through

Eine begehbare Attraktion, durch die die Besucher zu Fuß ihren Weg nehmen — im Gegensatz zu einer Hayride (Wagenfahrt durch eine Geisterlandschaft) oder einer Drive-Through-Attraktion. Die meisten klassischen Haunted Houses sind Walk-Throughs. Auch vb30 ist ein Walk-Through.


Walk-Through-Zeit

Die durchschnittliche Zeit, die eine Besuchergruppe für den kompletten Durchlauf einer Attraktion braucht. Ein typischer kommerzieller Maze hat eine Walk-Through-Zeit von 5 bis 12 Minuten. Die Walk-Through-Zeit bestimmt direkt den Throughput — also wie viele Gäste pro Stunde durchgeschleust werden können.


Throughput

Die Anzahl der Besucher, die eine Attraktion pro Stunde abwickeln kann. Hängt ab von Walk-Through-Zeit, Conga-Disziplin und Eingangskapazität. Bei Halloween Horror Nights liegt der Throughput großer Mazes bei 1.000 bis 1.500 Personen pro Stunde. Bei kleineren Home Haunts wie vb30 ist der Throughput kein Optimierungsziel an sich — wichtiger ist die Erlebnisqualität pro Gruppe. Trotzdem haben wir 2024 über 1.000 Besucher in einer Nacht durchgeschleust.


Time Slot Ticket

Eintrittskarte mit festem Zeitfenster — der Gast darf die Attraktion nur in diesem Slot betreten. Time Slot Tickets entzerren den Andrang, vermeiden Schlangen und ermöglichen eine kontrolliertere Conga-Steuerung. Movie Park Germany verkauft Time Slot Tickets für die Mazes als Aufpreis zum normalen Parkticket. Traumatica steuert mit ähnlichen Mechanismen über VIP- und Express-Pässe und im vb30 Halloween Haus in Boostedt dienen die Zeitslots auch dem entzerren der Warteschlange.


Turnstile

Drehkreuz am Eingang einer Attraktion, oft mit Counter zur Besucherzählung verbunden. In großen Theme Parks verbindet das Turnstile-System direkt mit der Ticket- und Throughput-Steuerung. Bei kleineren Haunts wird der Turnstile oft durch ein Klicker-System oder einen einfachen Strichlistenzähler ersetzt.


VIP Experience

Aufpreis-Format für besonders mutige (oder zahlungskräftige) Besucher. Reicht von einfachen Speedy Pass-Optionen (kein Anstehen) bis zu Voll-Kontakt-Experiences, in denen die Gäste auch körperlich angefasst werden dürfen. Bei Traumatica gibt es FEAR Inc. (Voll-Kontakt-Gruppen-Experience) und TAKEN (eine Solo-Entführungs-Experience). Bei Halloween Horror Nights gibt es den RIP Tour Pass. Die Preise reichen von wenigen Euro Aufpreis bis in den dreistelligen Bereich.


Die wichtigsten Branchen-Events im Überblick

Wer sich tiefer mit der Haunt-Industrie beschäftigen will, sollte diese vier Bezugspunkte kennen:

  • Halloween Horror Nights (Universal Studios) — internationaler Goldstandard, prägt seit 1991 die Branche
  • Halloween Horror Festival (Movie Park Germany) — größtes deutsches Event, seit 1998
  • Traumatica (Europa-Park) — größtes deutschsprachiges Event mit eigener Festival-Identität, seit 2007
  • ScareCON (UK) — wichtigste europäische Branchen-Convention mit den SCAR Awards

Daneben gibt es Dutzende weitere Events in Europa (Walibi Holland, Parc Asterix, PortAventura, Thorpe Park) und in den USA (Knott’s Scary Farm, Six Flags Fright Fest, Busch Gardens Howl-O-Scream). Wer einmal in der Szene drin ist, merkt schnell: Das ist eine eigene kleine Welt mit eigener Sprache, eigenen Helden und einer überraschend engmaschigen internationalen Vernetzung.


Wenn Du das alles gerade live erleben willst

Glossare sind eine Sache. Aber irgendwann willst Du nicht mehr lesen, wie eine Gruppe mutiger Seelen durch ein Set zieht, was ein Boo Hole macht oder wie ein Slider sich auf Dich zu bewegt. Irgendwann willst Du das selber erleben.

Genau dafür gibt es vb30. Unsere Halloween-Saison „Grimms Albtraum“ öffnet 2026 zwei Nächte lang — am 30. und 31. Oktober, jeweils von 17:30 bis 21:00 Uhr. Eintritt frei. Mit allem, was in diesem Glossar steht: Sets, Scare Actors, Distractors, Boo Holes, Reset, Skit Lines und Jump Scares.

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