Eine Nacht. Sieben Kreaturen. Über tausend mutige Seelen, die durch das Portal getreten sind.
Halloween 2025 ist Geschichte – und was für eine. Wenn du am 31. Oktober im Vossbarg 30 dabei warst, weißt du: Das war kein gemütlicher Spaziergang durch ein paar Kürbisse. Das war eine Reise an Orte, an die sich sonst niemand traut. Zeit für einen Rückblick auf das, was war.
Die Reise begann am Portal
Hendrik wartete schon. Mit Entsetzen in den Augen und gebrochener Stimme erzählte er, was kommen würde: Die schwarze Hexe Anneke Höken war zurück. Und sie war nicht allein gekommen. Aus den Tiefen der norddeutschen Sagenwelt hatte sie eine dunkle Armee rekrutiert – Kreaturen, die seit Jahrhunderten in den Mooren, an den Küsten und in den Wäldern Schleswig-Holsteins ihr Unwesen treiben. Wer das Portal durchschritt, ließ die vertraute Welt hinter sich.
Was hinter dem Portal lauerte
Und dann standst du ihr gegenüber: Anneke Höken selbst. Auferstanden aus den Gräbern von 1635, thronend vor ihrem Beschwörungsaltar. Die Hexe, deren Fluch alles in Bewegung gesetzt hatte. Wer geglaubt hatte, sie würde am Ende warten, lag falsch – sie empfing dich gleich am Anfang. Ein Zeichen dafür, dass es nun kein Zurück mehr gab.
Weiter ging es zu den Gongern – ruhelose Totengeister, salzig-nass aus dem Meer gestiegen, auf der Suche nach denen, die ihren Tod vergessen haben. Die Kombination aus Live-Erschreckern und stillen Zombiefiguren hat manche Gruppe regelrecht in die Flucht geschlagen.
Dann das dumpfe Hufgetrappel: der reitende Richter von Witzhave auf seinem gewaltigen Rappen, gehüllt in seinen wehenden schwarzen Mantel. Eine Erscheinung, die auch dann noch nachhallt, wenn das Geräusch längst verklungen ist.
Es folgte der Roggenbuk aus Travemünde – grasgrünes Haar, makabre Knochenharfe, jahrhundertealter Hunger nach den schönsten Jungfrauen des Kirchspiels. Ein Meertroll, der die Bühne dominierte wie kaum eine Figur zuvor.
Die weiße Frau vom Sandfelde lockte mit der Verheißung eines Kusses – und dem Versprechen einer schrecklichen Verwandlung. Wer den Mut aufgebracht hätte, sie trotz allem zu küssen? Du wahrscheinlich nicht. Wir auch nicht.
Aus dem Nebel kamen die Scheiderufer – kopflos, glühend, ihr ewiges „Hier is de Scheed!“ hallte durch die Nacht und ließ einem das Blut in den Adern gefrieren.
Und dann kam das Finale. Die swarte Greet. Einst adlige Dame, später Geistererscheinung über den Fischgründen der See. Hier wurde alles aufgefahren, was eine Nacht wie diese unvergesslich macht: Licht, das im genau richtigen Moment aus der Schwärze stach. Tonebenen, die unter die Haut krochen. Ein Geruch, der dich daran erinnerte, dass dies kein Spiel mehr war. Und dann der Jumpscare, der selbst die Hartgesottenen zusammenzucken ließ. Wer den Ausgang erreichte, hatte nicht nur einen Spaziergang hinter sich – sondern eine Inszenierung, die den Vergleich mit professionellen Horror-Attraktionen nicht scheuen muss.

Was bleibt
Über 1.000 Arbeitsstunden. 25 Kubikmeter Deko. Wochen Aufbau, ein Team aus rund 20 Leuten, die ihr Herzblut in dieses Projekt gesteckt haben – Scaries, Techies, Crafties, Greeties und alle dazwischen. Und am Ende eine einzige Nacht, in der das alles lebendig wurde.
Was bleibt, sind tausend kleine Geschichten. Der Schrei in der Dunkelheit, als die swarte Greet aus dem Nichts auftauchte. Das nervöse Lachen vor dem Portal. Die Familie, die mit zitternden Knien wieder herauskam und sofort fragte: „Können wir nochmal?“ Die Eltern, die ihre Kinder in der Grusel-Wusel-Nacht zum ersten Mal an Halloween herangeführt haben. Über 1.000 Besucher haben wir am Abend des 31.10.2025 beim vb30 Halloween Haus Boostedt gezählt. Rekord. Überwältigend.

Genau dafür machen wir das. Für diese Nacht. Diese Geschichten. Für dieses Dorf.
Ein riesiges Dankeschön an alle mutigen Seelen, die den Weg zu uns gefunden haben. An die Crew, ohne die nichts davon möglich gewesen wäre. An jeden Einzelnen, der uns mit einem Lachen, einer Gänsehaut oder einem ehrlichen Schreckensschrei beschenkt hat.
Wer noch tiefer in die Welt der norddeutschen Sagen eintauchen will, findet hier die komplette Story der Baltic Horror Story – mit allen Hintergründen zu Anneke, dem Roggenbuk und den anderen Kreaturen, die in dieser Nacht zum Leben erwacht sind.
Und 2026?
Anneke ist zurückgedrängt. Die Höllenkreaturen sind in die Tiefen verbannt. Aber wer glaubt, dass damit Ruhe einkehrt, der hat nicht verstanden, wie diese Nächte funktionieren.
Es gibt da ein altes Buch. Aufgetaucht in einem Antiquariat. Verfasst von jemandem, der vor seinem Tod von Albträumen heimgesucht wurde – Albträumen über Geschichten, die jeder zu kennen glaubt. Geschichten von einem roten Käppchen. Von sieben Zwergen. Von zwei Kindern im Wald.
Deine Märchen sind nicht so, wie du denkst.
Halt dir den 30. und 31. Oktober 2026 frei. Diesmal sind es zwei Nächte. Und das hat einen Grund.
Bis dahin: Schlaf gut, mutige Seele. Falls du kannst.